E-Books für den Unterricht erstellen

E-Book-Creator - Barbara Buchegger

Vorwort

Sie sind Lehrerin oder Lehrer und möchten etwas Neues probieren? Sie spielen schon länger mit dem Gedanken, ein E-Book zu schreiben? Dann sind Sie bei uns genau richtig!
Dieses E-Book bietet Ihnen Anregungen…

  • wie Sie ein E-Book für Ihren Unterricht gestalten können.
  • was Sie tun können, um alle Möglichkeiten des Mediums auszureizen.
  • wie Sie mithilfe eines E-Books didaktischen Mehrwert erzielen – ungeachtet seiner eingeschränkten Funktionalitäten.
  • wie Sie Ihr E-Book an Kolleginnen und Kollegen weitergeben und unter welchen Voraussetzungen diese an Ihrem Werk weiterarbeiten können.

Nicht behandelt wird hier, wie Sie ein E-Book zur kommerziellen Verbreitung verfassen und lancieren können. Sollten Sie interessiert sein, Ihren Roman oder Ihr Fachbuch als E-Book unter die Leute zu bringen, so ist das eine andere Baustelle. ☺
Selbst wenn E-Books Neuland für Sie sind, werden Sie sich rasch damit zurechtfinden. Immerhin haben Sie von klein auf Schulbuch-Erfahrung gesammelt. Ein E-Book ist zwar noch kein digitales Schulbuch, aber vielleicht der Anfang davon. Probieren Sie es einfach! E-Books haben sehr einfache, reduzierte Funktionen. Gerade deshalb könnten sie Ihnen den idealen Einstieg in die Welt der digitalen (Schul-) Bücher liefern.

Auf welche technischen Begebenheiten Sie achten müssen, erfahren Sie in der Hilfe-Sektion des e-Book-Creators. www.ebookcreator.at

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Kreieren, viele gute Rückmeldungen von Schüler/innen und Kolleg/innen – und hoffentlich auch den gewünschten Mehrwert für Ihren Unterricht und Sie persönlich!

DI Barbara Buchegger
und das Team des E-Book-Creators

Was ist ein E-Book?

Ebooks können auf verschiedenen Geräten gelesen werden, z.B. auf ebook-Readern.<br />http://pixabay.com/de/kindle-bleistift-lesen-buch-ebook-254339/

Ebooks können auf verschiedenen Geräten gelesen werden, z.B. auf ebook-Readern.
http://pixabay.com/de/kindle-bleistift-lesen-buch-ebook-254339/

E-Book steht für "elektronisches Buch". Es kann auf verschiedenen Geräten gespeichert und gelesen werden, zum Beispiel auf spezialisierten E-Book-Readern oder auf PCs, Tablets oder Smartphones mit entsprechender Software. Im Gegensatz zu herkömmlichen Büchern kann man E-Books kein aufwendiges Layout verpassen. Sie sind weder ein digitales Schulbuch noch eine App oder Website und bestehen im Wesentlichen nur aus Text.

E-Books bieten jedoch folgende Vorteile:

  • Der Text kann den Lesegewohnheiten und Bedürfnissen der Nutzer/innen angepasst werden, vor allem auf kleinen Bildschirmen.
  • Das geschriebene Wort lässt sich um multimediale Inhalte anreichern – vom Cartoon bis zum Film. 

Derzeit sind verschiedene E-Book-Formate auf dem Markt, abhängig vom Endgerät. Bevor Sie sich daran machen, ein E-Book zusammenzustellen, sollten Sie sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Wie viel Speicherplatz haben die Endgeräte? Wie viele multimediale Inhalte können daher eingebaut werden?
  • Sind die Endgeräte mit dem Internet verbunden? Kann das E-Book in einer Online-Umgebung verwendet werden und lassen sich Links einbauen? Oder muss alles offline verfügbar sein?

Achtung! Ein E-Book ist nicht mit einem digitalen Schulbuch gleichzusetzen! Das digitale Schulbuch bietet mehr Optionen und ist eher mit einer App (Anwendung) gleichzusetzen.

Warum Ihre Schüler/innen E-Books lieben werden

Motivieren Sie Ihre Schüler/innen zum digitalen Lesen! <br />http://pixabay.com/de/erwachsene-buch-bildung-weiblich-18598/

Motivieren Sie Ihre Schüler/innen zum digitalen Lesen!
http://pixabay.com/de/erwachsene-buch-bildung-weiblich-18598/

  • Schüler/innen wissen es sehr zu schätzen, wenn multimediale Inhalte geboten werden.
  • E-Books sind auch auf Geräten nutzbar, die die Schüler/innen ohnehin immer bei sich tragen, etwa auf Smartphones. Damit sind die Wartezeiten und Fahrtwege auch gut nutzbar.
  • E-Books brauchen keinen zusätzlichen Platz in der Schultasche. An ihnen trägt man nicht schwer.
  • Bei E-Books ist eine flexible Schriftgröße möglich. Schüler/innen können den Text je nach Vorliebe anpassen. Dies ist vor allem dann hilfreich, wenn man auf sehr kleinen Bildschirmen (wie dem Smartphone) längere Texte lesen möchte.
  • E-Books sind schnell und einfach zu beziehen – man muss nicht auf den Paketdienst warten oder extra einen Ausflug ins Buchgeschäft machen.
  • Mittlerweile gibt es eine riesige Menge an Standardliteratur auch im E-Book-Format, je nach Urheberrecht sogar gratis. Stöbern Sie hier in kostenlosen E-Book-Titeln!
  • E-Books sind in der Regel sehr einfach zu durchsuchen. Bestimmte Stellen können schnell gefunden werden.
  • Gut gemachte E-Books haben das Potenzial, verschiedene Lese- und Lerntypen anzusprechen. Es ist dadurch einfacher, Inputs und Aufgaben zu geben, die dem individuellen Lernverhalten der Schüler/innen entgegenkommen.
  • In E-Books lassen sich Wörterbücher und Lexika einbauen. So kann jedes Wort mit einem Klick erklärt werden. Dies ist vor allem bei komplexen und fremdsprachigen Texten sehr hilfreich.

Einsatzgebiet von E-Books

Derzeit sind E-Books vor allem in Tablet-PC-Klassen im Einsatz. Manchmal werden sie auch zum Lernen in der unterrichtsfreien Zeit genutzt, etwa bei Nachhilfestunden.

E-Books bestehen in der Regel aus Fließtext. Überall, wo Sie bisher einen Fließtext genutzt haben, können Sie künftig ein angereichertes E-Book verwenden, etwa bei…

  • Literatur
  • zusammenhängenden Erklärungen
  • Einführungen in ein neues Thema

Wo werden E-Books eingebunden?

Für eine Lehrkraft ist es am einfachsten, wenn sich E-Books in der genutzten Lernplattform der Klasse einbinden lassen. Von dort können sie die Schüler/innen auf ihre individuellen Lesegeräte spielen.

Nachteile von E-Books

E-Books sind in Schulen noch wenig verbreitet, daher fehlen die umfassenden Erfahrungen, wie wir sie mit herkömmlichen Schulbüchern haben. Folgende Nachteile haben E-Books aus heutiger Sicht jedenfalls:

  • Sie sind einfach nur Text. Grafische Hervorhebungen, Layout und Ähnliches sind noch kaum umzusetzen.
  • Ohne Strom geht einmal gar nichts. Ist der Akku leer, ist es auch mit der Nutzung vorbei. Das erfordert gute Planung – oder Vertrauen in die digitale Begeisterung der Schüler/innen, die es immer irgendwie schaffen, ein einsatzbereites Smartphone parat zu haben.
  • Schüler/innen können im E-Book nicht herumkritzeln. Nicht alle Formate und Systeme bieten die Möglichkeit, Notizen zu machen oder Stellen hervorzuheben. Kein Eselsohr deutet auf den Gebrauch des E-Books hin – oder darauf, welche Textpassage daheim durchgelesen werden soll. Die Schüler/innen können das E-Book somit nicht oder nur sehr eingeschränkt zu "ihrem" machen.
  • Insgesamt gibt es noch wenig Erfahrung, inwieweit sich E-Books im schulischen Alltag bewähren.
  • Nicht immer ist klar, welche E-Books in die Schulbuchaktion aufgenommen werden können. Unsicher ist außerdem, ob über die Schulbuchaktion auch Lesegeräte mit Tablet-PC gekauft werden können.
  • Schüler/innen können nicht in mehreren Büchern gleichzeitig arbeiten, zum Beispiel im Atlas und im Geografiebuch.
  • Bei kommerziellen Produkten lassen sich Probleme mit dem Datenschutz oder dem Absaugen von Big Data nicht zu 100 Prozent ausschließen. Wie wird das Lese- oder Nutzungsverhalten der Schüler/innen ausgewertet? Welche Folgen hat das eventuell für die Einzelperson?
  • Kommerzielle Produkte lassen sich nicht so einfach weitergeben, im Extremfall auch nicht auf verschiedene Geräte ein und derselben Person.
  • Urheberrechtsverletzungen werden eventuell noch einfacher, zum Beispiel bei der Weitergabe von Büchern oder Buchausschnitten, bei denen nicht auf das Urheberrecht geachtet wurde. Noch ist unklar, was es für einzelne Schüler/innen für Konsequenzen haben kann, die ein Buch an Freundinnen und Freunde weitergeben, für das sie nicht bezahlt und Rechte erworben haben. Lehrkräfte sind hier gefordert, ihre Schüler/innen in Sachen Urheberrecht zu sensibilisieren.
  • Sind schulische E-Books auch am persönlichen Gerät verfügbar, wird es für Schüler/innen wie Lehrkräfte schwieriger, die manchmal nötige Distanz zur Schule zu wahren. Die Gefahr exzessiver Nutzung oder des Nicht-abschalten-Könnens muss daher bei den Schüler/innen thematisiert werden – und auch Lehrkräfte brauchen entsprechende Verhaltenstipps, um sich selbst schützen.
  • Wie langlebig E-Books sind, lässt sich heute noch nicht beantworten. Noch ist offen, wie lange ein Format gültig sein wird und welche Formate sich im Endeffekt durchsetzen werden. Auch kann es passieren, dass ein E-Book verloren geht, sobald ein Gerät das Zeitliche segnet.

Selbstcheck: Bin ich der richtige Typ fürs E-Book-Machen?

Wie viele Aussagen treffen auf Sie zu?

  1. Ich bin technikaffin und halte mich gerne im Internet auf.
  2. Ich lerne gerne Neues aus dem Internet.
  3. Ich experimentiere gerne mit technischen Dingen.
  4. Ich finde es wichtig, dass sich meine Schüler/innen digitale Kompetenzen aneignen und unterstütze sie darin nach Möglichkeit.
  5. Ich lese E-Books, ohne sie mir ausdrucken zu müssen.
  6. Ich möchte mit meinen Schüler/innen immer wieder etwas Neues probieren.
  7. Ich glaube, meinen Schüler/innen würde so ein E-Book echt gut gefallen.
  8. Ich bin fachlich richtig gut. Ich habe viel weiterzugeben.
  9. Ich habe im Moment ein bisschen Zeit und Muße, um etwas Neues auszuprobieren.
  10. Ich habe viele Texte (Fachtexte, Skripten, Fließtexte, Belletristik), bei denen es auf ein ausgefeiltes Layout nicht ankommt und die ich weitervermitteln möchte.

Auswertung:

10 bis 7 Mal Ja gesagt?
Wenn Sie sieben Mal oder öfter mit Ja geantwortet haben, worauf warten Sie noch? Los geht’s! Ihrem ersten E-Book steht nichts im Wege. Viel Spaß beim Experimentieren! Ihre Schüler/innen werden es Ihnen sicher danken und Ihnen helfen, Schritt für Schritt besser zu werden.

4 bis 6 Mal Ja gesagt?
Wenn Sie vier bis sechs Mal mit Ja geantwortet haben, sollten Sie durchaus etwas Zeit investieren und sich die Sache einmal genauer anschauen. Vielleicht ist E-Book-Gestalten ja etwas für Sie, vielleicht merken Sie aber auch rasch, dass es derzeit nicht das ist, was Sie oder Ihre Schüler/innen im Unterricht brauchen. Trotzdem wird Sie allein das Ausprobieren ein Stück weit kompetenter im Umgang mit digitalen Inhalten machen!

3 Mal oder weniger Ja gesagt?
Wenn Sie höchstens drei Mal mit Ja geantwortet haben, liegt vielleicht noch ein weiter Weg vor Ihnen, bis Sie sich dieser neuen Vermittlungsform nähern. Doch bitte behalten Sie im Hinterkopf: Irgendwann lassen sich digitale Lehr- und Lernformen nicht mehr aus dem Unterricht verbannen, wenn die heute so dringend gebrauchte digitale Kompetenz vermittelt werden soll.

Wir machen es für unsere Leser/innen!

Wer sind meine Leserinnen und Leser?

Vergessen Sie Ihre Leser/innen nicht! Denn genau für die schreiben Sie Ihr E-Book! <br />http://pixabay.com/de/alter-antike-antik-buch-brown-16841/

Vergessen Sie Ihre Leser/innen nicht! Denn genau für die schreiben Sie Ihr E-Book!
http://pixabay.com/de/alter-antike-antik-buch-brown-16841/

Wie Sie ein E-Book gestalten, hängt natürlich ganz davon ab, wer es nutzen soll – einzelne Schüler/innen, ganze Klassen oder interessierte Kolleg/innen? Machen Sie sich zu Beginn klar, für wen Sie schreiben und welche Bedürfnisse und Interessen Ihre Zielgruppe hat.

Meine Zielgruppe sind meine Schüler/innen


http://youtu.be/CZ5Vy9BgSeY
Mit wem haben wir es zu tun? Ein Video über die "Digital Natives" als Schüler/innen.
 

Wenn das E-Book nur in einem sehr eingeschränkten Rahmen zum Einsatz kommen soll – etwa um supplierenden Kolleg/innen unter die Arme zu greifen – ist die Versuchung groß, sich nicht besonders lange mit Erklärungen aufzuhalten. Schnell ein paar Texte zusammengestellt oder kopiert, ein paar Fragen oder Arbeitsblätter dazu, ergänzt um eine knappe Arbeitsanleitung –fertig. Noch rasch auf die Lernplattform der Schule gestellt und schon kann es losgehen…

Diese Vorgangsweise ist in Ordnung, so lange Sie selbst in der Klasse stehen, denn Sie haben bei der Erstellung Ihres E-Books die Nutzer/innen genau vor Augen und deren Stärken und Schwächen berücksichtigt. Ihre Schüler/innen kennen Ihren Stil und brauchen in der Regel wenig Erklärung.

Doch sobald Sie nicht da sind, könnten Fragen auftauchen, die das E-Book nicht beantwortet. Und kaum sind Ihre Schüler/innen zu Hause, haben sie möglicherweise vergessen, wie die Aufgabenstellung war. Sparen Sie daher bitte nicht bei Erklärungen und präzisen Anleitungen. Ihre Schüler/innen und die supplierenden Kolleg/innen werden das zu schätzen wissen.

Was Ihre Schüler/innen unbedingt wissen sollten:

  • Zweck des E-Books
  • Was wird von den Schüler/innen erwartet?
  • Genutzte Quellen: Woher haben Sie die Inhalte?

Tipp:
Auch wenn sich Inhalte und Bilder im Internet schnell und unkompliziert finden und kopieren lassen: Achten Sie bitte trotzdem darauf, niemals das Urheberrecht zu verletzen! Geben Sie die jeweilige Quelle an und nutzen Sie Bilder mit Creativ-Commons-Lizenz – diese Werke dürfen unter bestimmten Voraussetzungen wie zum Beispiel der Namensnennung kostenfrei genutzt werden. Die Zeit, die Sie anfangs für Bild- und Quellenrecherche investieren, sparen Sie beim nächsten Mal, wenn Sie bereits auf einen kleinen Fundus zurückgreifen können. Außerdem werden Sie Ihre Schüler/innen als Vorbild nehmen. Gehen Sie also bitte mit gutem Beispiel voran!

Für jede/n Leser/in das Richtige!<br />http://pixabay.com/de/personen-lesen-nachricht-neuigkeit-247259/

Für jede/n Leser/in das Richtige!
http://pixabay.com/de/personen-lesen-nachricht-neuigkeit-247259/

Ich schreibe für alle Schüler/innen, die das Thema interessiert (oder interessieren muss)

Sie sind Expertin oder Experte in einem Fachgebiet und werden immer wieder gebeten, Inputs zu einem Thema zu liefern – sei es von Kolleg/innen Ihrer Schule oder von der Fachcommunity. In diesem Fall werden sehr viele Erklärungen nötig sein, denn Sie richten sich an einen sehr großen Nutzerkreis mit unterschiedlichsten Voraussetzungen. Daher sollten Sie darauf achten, eine größere Vielfalt an Lernmöglichkeiten im E-Book anzubieten, damit alle etwas von Ihrem Werk haben.

Ich richte mich an Lehrende, die das E-Book zur Vorbereitung nutzen

Richten Sie sich an Ihre Kolleg/innen, können Sie ein wenig lockerer an die Sache herangehen. Sie müssen Ihre Ideen nicht bis ins Detail ausformulieren, es reicht aus, Konzepte zur Anregung grob zu skizzieren. Ihre Kolleg/innen werden ohnehin nichts 1:1 übernehmen, sondern Ihre Inhalte an den eigenen Stil und die jeweilige Klasse anpassen.

Haben Sie keine Angst davor, dass Ihnen jemand Ideen klauen könnte. Bedenken Sie: Wenn sich Ihre Inhalte verbreiten, sorgen Sie unter Umständen für einen guten Qualitätsstandard. Das kommt Ihnen langfristig auch zugute: Denn wenn sich viele Menschen viel von Ihnen abschauen und Ihre Konzepte weiterentwickeln, können Sie die modifizierten Ideen in weiterer Folge auch aufgreifen.
Achten Sie bei Ihrem E-Book auf die richtige Lizenz, damit Ihre Kolleg/innen Ihr Werk auch mit Ihrem Namen angeben müssen, wenn sie sich darauf beziehen oder darauf aufbauen.

Nähere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Wie erstelle ich ein E-Book mit dem richtigen Urheberrecht?"

Webtipp: Diese Lernstrategien empfehlen Forscher/innen.

Motivation und Lernziele

Sind E-Book-Schüler/innen motivierter?

Kalt lässt das niemanden. <br />http://pixabay.com/de/erwachsene-zelle-gesicht-weiblich-18377/

Kalt lässt das niemanden.
http://pixabay.com/de/erwachsene-zelle-gesicht-weiblich-18377/

Kein Zweifel: Wenn eine Klasse neu mit Tablet-PCs zu arbeiten beginnt und beispielsweise E-Books nutzt, steigt die Motivation der Kinder zunächst. Darauf deuten etwa Praxisberichte wie dieser hin. Eltern berichten, dass Kinder ihre Aufgaben lieber machen, wenn sie am Computer oder Tablet-PC umzusetzen sind.

Doch schaffen es die Geräte allein, diese Begeisterung am Leben zu halten? Wohl kaum. Dazu muss schon die Didaktik generell verändert werden. Ein Paradigmenwechsel in der Lehre ist also angesagt. Ideen wie der "Flipped Classroom" können hier sicher unterstützend wirken. Dabei wird das herkömmliche Vermittlungskonzept umgedreht: Die Schüler/innen eignen sich zuhause Wissen an und versuchen, es in der Schule umzusetzen. Das E-Book kann daheim in ein Thema einführen, in der Klasse arbeiten die Schüler/innen dann einzeln oder in der Gruppe weiter. Der Lehrkraft kommt dabei mehr die Rolle eines Coachs zu, der Schüler/innen nach Bedarf unterstützt oder zusätzlich herausfordert.
Dass diese Form des Lernens nicht in jeder einzelnen Schulstunde umgesetzt werden kann, ist klar. Doch von Zeit zu Zeit ist es eine gute Möglichkeit, die Motivation Ihrer Schüler/innen mit Einheiten wie diesen zu heben, auch wenn diese Vermittlungsform im Vorfeld mehr Vorbereitung für Sie bedeutet

Regen Sie Ihre Schüler/innen an, sich selbstständig mit den Inhalten zu beschäftigen. Finden Sie Bezüge zum Alltag der Lernenden, wie dies ja auch im Lehrplan vorgesehen ist. Das E-Book wird dann eher ein Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem Thema sein, das durch weitere pädagogische Anleitungen vertieft wird.
Wecken Sie die Neugierde der Schüler/innen, wie dies gute Lehrkräfte immer wieder schaffen, zum Beispiel durch die Begeisterung für das eigene Fach. Auch der Enthusiasmus anderer kann ansteckend wirken – bauen Sie daher beispielsweise altersgerechte Expertenvideos ein.
Schüler/innen mit unterschiedlichen Lernniveaus und Lernweisen können Sie gut durch ein E-Book unterstützen. Bieten Sie zu einem Thema Basiswissen und vertiefendes Wissen an. Bitte achten Sie dabei auf eine Wortwahl, die nicht als diskriminierend empfunden werden kann. Wenn etwa vertiefendes Wissen unter der Überschrift „Für die Schnellen“ läuft, impliziert das, dass alle langsam sind, die sich lediglich mit dem Basiswissen beschäftigen.

Was ist ein gutes Lernziel?

Mit dem Ziel vor Augen geht das Schreiben einfach leichter!<br />http://pixabay.com/de/ehrgeiz-ziel-h%C3%A4nde-reichweite-153548/

Mit dem Ziel vor Augen geht das Schreiben einfach leichter!
http://pixabay.com/de/ehrgeiz-ziel-h%C3%A4nde-reichweite-153548/

Bevor Sie sich ans E-Book-Gestalten machen, sollten Sie die Lehr- und Lernziele definieren: Was sollen die Schüler/innen nach der Lernsequenz – etwa nach dem Durcharbeiten Ihres E-Books und anschließender Gruppenphase – besser können oder genau wissen? Woran können Sie als Lehrkraft beobachten, dass Ihre Schüler/innen das Lernziel erreicht haben?

Überlegen Sie gleich zu Beginn:

  • Zu welchen Bildungszielen passt Ihre konkrete Lernsequenz?
  • Welche Kompetenzen sollen in dieser Lernsequenz erworben oder verfestigt werden?
  • Geht es um das 1. Kennen, 2. Verstehen, 3. Anwenden, 4. Analysieren, 5. Zusammenführen (Synthese) oder 6. Beurteilen (Evaluation) – also um Lernziele nach der Bloom‘schen Taxonomie? Um welche Bereiche konkret?

Webtipp: Gute Anregungen zu Lernziele finden Sie hier…

Da Sie ein E-Book erstellen und sich Ihre Schüler/innen digital mit dem Inhalt beschäftigen werden, kann es auch Sinn machen, die entsprechenden digitalen Kompetenzen im Auge zu behalten. Nähere Informationen dazu gibt unter www.digikomp.at

 

Erstellung des E-Books

So können Sie Ihr E-Book erstellen

E-Book erstellen geht schnell und macht Spaß! <br />http://pixabay.com/de/tropfen-regen-hintergrund-22223/

E-Book erstellen geht schnell und macht Spaß!
http://pixabay.com/de/tropfen-regen-hintergrund-22223/

Natürlich ist es wichtig, allgemeine didaktische Grundlagen zu beachten, wenn Sie ein E-Book verfassen. Sie haben bereits Lehrziele definiert und überlegt, was Ihre Schüler/innen nach dem Lesen und Bearbeiten des E-Books Neues können oder wissen sollten. Nun geht’s ans eigentliche Schreiben und Zusammenstellen. Hier ein Überblick über die Möglichkeiten, die Ihnen das E-Book bietet. Auch wenn es primär auf die Darstellung von Fließtexten abzielt: Lassen Sie sich dadurch nicht verleiten, das ganze Buch als Fließtext zu gestalten – es würde nicht den Lesegewohnheiten Ihrer Leserschaft entsprechen.

Individualisiertes Lernen

Jede/r unserer Schüler/innen ist einzigartig. <br />http://pixabay.com/de/jubeln-gl%C3%BCcklich-springen-menschen-297419/

Jede/r unserer Schüler/innen ist einzigartig.
http://pixabay.com/de/jubeln-gl%C3%BCcklich-springen-menschen-297419/

Jede Schülerin und jeder Schüler lernt anders und nutzt einen ganz individuellen Weg der Aneignung. Bieten Sie also unterschiedliche Zugänge in Ihrem E-Book an. Manche lesen gerne quer oder springen von Inhalt zu Inhalt. Andere gehen sehr strukturiert vor. Wieder andere beschäftigen sich hauptsächlich mit Bildern und Grafiken und lassen den Text links liegen. Und dann gibt es noch jene, die sich lieber etwas per Podcast oder Video erklären lassen, als einen Text zu lesen. Bauen Sie möglichst Inhalte für alle Lerntypen ein.

Tipp:
Machen Sie sich Ihr eigenes Lernverhalten bewusst und achten Sie darauf, dass Sie in der Praxis nicht nur Inhalte anbieten, die Ihrem Lernprofil entsprechen.

Multimediale Inhalte

Viele Inhalte lassen sich integrieren.<br />http://pixabay.com/de/mann-schaufensterpuppe-gesicht-kopf-358816/

Viele Inhalte lassen sich integrieren.
http://pixabay.com/de/mann-schaufensterpuppe-gesicht-kopf-358816/

Nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten, die Ihnen ein E-Book bietet: Es wird immer so gestaltet sein, dass sich die Schrift dem Endgerät automatisch anpasst. Sie können einen Text anreichern, indem Sie Bilder, Filme oder interaktive Übungen einbauen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr E-Book nicht einfach ein Sammelsurium an Inhalten ist, die scheinbar wahllos zusammenkopiert sind.

Tipp:
Finden Sie einen roten Faden, um Ihre Inhalte zu strukturieren. Der rote Faden sollte sich vom Lernziel ableiten.  

Interaktiv mit dem E-Book

Ein gutes E-Book regt zum Weitertun an. <br />http://pixabay.com/de/auswahl-hand-zeigen-ausw%C3%A4hlen-68953/

Ein gutes E-Book regt zum Weitertun an.
http://pixabay.com/de/auswahl-hand-zeigen-ausw%C3%A4hlen-68953/

Bauen Sie kleine Übungen, Quiz oder Ähnliches in Form von Links ein, die helfen, das Gelesene schnell zu überprüfen. Habe ich den Inhalt verstanden? Wenn Ihre Schüler/innen zum Beispiel im Vorjahr selbst solche Inhalte erstellt haben, ist dies auch eine gute Möglichkeit, den Stoff zu wiederholen und aufzufrischen. Sollten Sie in weiterer Folge auch Tests zu diesem Inhalt geben, ist es sinnvoll, die E-Book-Fragen in einer Art zu gestalten, wie sie auch im Test gestellt werden.

Tipp:
Übertreiben Sie es nicht. Nicht jedes Unterkapitel braucht ein eigenes Quiz. Nicht jeder Inhalt muss sich in einem Kreuzworträtsel wiederfinden.

Personalisiert

Regen Sie an, dass Ihre Schüler/innen das E-Book mit ihren Notizen anreichern. <br />http://pixabay.com/de/filmemacher-direktor-294496/

Regen Sie an, dass Ihre Schüler/innen das E-Book mit ihren Notizen anreichern.
http://pixabay.com/de/filmemacher-direktor-294496/

Bauen Sie Möglichkeiten für Notizen ein. Stellen Sie Fragen zur Selbstreflexion. Schaffen Sie damit Gelegenheiten, wie Lernende ihr E-Book zu ihrem eigenen Ding machen können.

Tipp:
Sollte die Software zur Erstellung des E-Books keine Notizen ermöglichen, nutzen Sie andere Optionen. Vielleicht gestattet es die Ausgabeplattform, eigene Anmerkungen und Ergänzungen hinzuzufügen. Sie können aber auch das Arbeiten im Schulheft anregen. 

Kollaboratives und kooperatives Arbeiten

Miteinander lernen geht leichter. Regen Sie dies an. <br />http://pixabay.com/de/auswahl-individuell-individuum-64197/

Miteinander lernen geht leichter. Regen Sie dies an.
http://pixabay.com/de/auswahl-individuell-individuum-64197/

Vor allem Schulkinder sind von ihren Peers im Lernverhalten besonders leicht beeinflussbar. Dies kann man sich im Lernprozess zunutze machen und Gruppenarbeiten oder ähnlich kooperative Lernszenarien vorsehen. Geben Sie entsprechende Anregungen im E-Book.

Tipp:
Nutzen Sie Lernplattformen oder andere kommunikative Plattformen, zum Beispiel die kollaborativen Texteditoren Google Docs oder Etherpad, in denen das kooperative Arbeiten umgesetzt werden kann. Bedenken Sie diese Möglichkeit gleich von Anfang an mit. 

Welche Inhalte sind sinnvoll?

Unterschiedliche Inhalte brauchen einen roten Faden. <br />http://pixabay.com/de/m%C3%A4nner-regen-gro%C3%9Fansicht-nass-klar-316728/

Unterschiedliche Inhalte brauchen einen roten Faden.
http://pixabay.com/de/m%C3%A4nner-regen-gro%C3%9Fansicht-nass-klar-316728/

Ein E-Book soll also aus unterschiedlichen Inhalten bestehen, multimedial angereichert sein und zum Selbststudium anregen. Die Basis ist immer ein längerer Text. Dabei ist zu bedenken, dass es sich um ein digitales Medium handelt und dieselben Gesetzmäßigkeiten wie bei anderen Online-Inhalten gelten.
Wenn der rote Faden gefunden ist und Sie wissen, welche Inhalte in das E-Book kommen, muss überlegt werden, wie die Inhalte vermittelt werden sollen. Texte, Audio, Video und Quiz werden dabei in guter Abstimmung zueinander integriert. Achten Sie darauf, dass Ihr E-Book mehr wird als eine Sammlung von Einzelkomponenten. Ihre Leser/innen müssen wissen, wohin die Reise geht.

Wie sollen Texte gestaltet sein?

Die wichtigsten Tipps für das Schreiben im Web:
Quelle: Vereinsbroschüre

Das Publikum vor Augen
Stellen Sie sich die Personen bildlich vor, für die Sie schreiben. Das kann helfen, den richtigen Stil zu finden.

Auffällige Titel verwenden

Um die Aufmerksamkeit zu erhalten, sind auffällige – eventuell sogar provokante – Titel hilfreich. Seien Sie also nicht zurückhaltend und lassen Sie sich Titel einfallen, die bei Ihren Leserinnen und Lesern gleich eine Assoziation auslösen und die sie zum Denken anregen.

Der Höhepunkt am Anfang

Das Wichtigste kommt immer gleich zu Beginn – die Hauptaussage muss gleich im ersten Absatz zu lesen sein. Es ist im Internet durchaus üblich, nur die ersten Zeilen wirklich zu lesen und alles andere – wenn überhaupt – nur zu überfliegen.

**Zwischentitel, Hervorhebungen und Aufzählungen verwenden
**Wenn Sie einen längeren Text schreiben, verwenden Sie Zwischentitel. Sie lockern den Text auf und bieten jemandem, der nur „quer über den Text liest“, einen schnellen Überblick. Dazu sind auch optische Hervorhebungen bestimmter Textteile (fett markieren, unterschiedliche Schriftgrößen für Überschriften etc.) und Aufzählungen hilfreich. Unterstreichen Sie die wirklich wichtigen Wörter, indem Sie sie fett machen. Auch das hilft beim Querlesen.

Die richtige Sprache wählen

Verwenden Sie jene Sprache, die Ihr Publikum lesen möchte. Nutzen Sie also „Fach-Chinesisch” nur, wenn Ihre Zielgruppe das erwartet. Meist jedoch empfiehlt sich eine alltagstaugliche Sprache. Achten Sie dabei auf kurze Sätze!

Links setzen

Links haben zwar den Nachteil, dass die Nutzerinnen und Nutzer die eigene Seite wieder verlassen, sind jedoch ein wesentliches Feature im Web. Sorgfältig ausgewählte und regelmäßig aktualisierte Links werden sehr geschätzt.

Wie viele Bilder sollen ins E-Book?

Vor allem für Kinder und Jugendliche ist visueller Content sehr wichtig. Sie können den Inhalt von Bildern sehr schnell erfassen. Überlegen Sie also durchaus, Inhalte als Infografiken zu verpacken. Bedenken Sie allerdings, dass die Bilder je nach Ausgabegerät unter Umständen sehr klein dargestellt werden.
Rechtstipp: Achten Sie unbedingt auf die Lizenz, bauen Sie nur Bilder mit Creative-Commons-Lizenz oder Public License ein. Warum? Lesen Sie im Kapitel "Urheberrecht" weiter.

Aussagekräftige Bilder zu wählen, ist nicht immer einfach. http://pixabay.com/de/cliparts-bilder-bildersammlung-382004/

Aussagekräftige Bilder zu wählen, ist nicht immer einfach. http://pixabay.com/de/cliparts-bilder-bildersammlung-382004/

Welche Videos einbauen?

Videos regen an, lenken manchmal aber auch ab. Wählen Sie aus. http://pixabay.com/de/film-filmstreifen-schwarzwei%C3%9F-298478/

Videos regen an, lenken manchmal aber auch ab. Wählen Sie aus. http://pixabay.com/de/film-filmstreifen-schwarzwei%C3%9F-298478/

Videos sollen den Inhalt Ihres E-Books ergänzen, suchen Sie also nach geeigneten Filmen. Bedenken Sie, dass manche Nutzer/innen unter Umständen nur die Videos anschauen werden. Ideal sind Videos, die den Lerninhalt noch einmal zusammenfassen oder auch solche, die in ein Thema einführen.

Lange oder kurze Videos?
Länge und Art der eingebundenen Videos werden je nach Zielgruppe unterschiedlich ausfallen. Jugendlichen wird eher nachgesagt, lediglich kurze Videos anzuschauen, alles andere wird ihnen langweilig. Hier werden kurze Videos von maximal zehn Minuten Länge sinnvoller sein.

Auf Youtube werden Sie zu ziemlich allen Themen Videos finden. Sollten die Videos nicht mit einer Creative-Commons-Lizenz (CC-Lizenz) versehen sein, können Sie sie auch als Links einbauen – vor allem dann, wenn Ihre Schüler/innen ohnehin auf Geräten arbeiten, die ständig mit dem Internet verbunden sind.

Sollten Sie das E-Book für Lehrende verfassen, können Sie auch einmal eine Vorlesung oder einen ganzen Vortrag einbauen.

Webtipps:

  • Einen sehr guten Pool österreichischer Arbeiten finden Sie hier: www.bildungstv.at
  • Sie können sich aber auch von der internationalen Video-Plattform Tedtalks inspirieren lassen!

 

Tipp:
Lassen Sie Videos nicht unkommentiert stehen. Betten Sie sie in den Gesamtkontext ein. Erklären Sie, was das jeweilige Video bezwecken soll, zum Beispiel mit einer kurzen Bildunterschrift, eventuell auch in Form eines Arbeitsauftrages.

Rechtstipp: Achten Sie unbedingt auf die Lizenz, bauen Sie nur Bilder mit Creative-Commons-Lizenz oder General Public Licence ein.

Formate

Noch gibt es zahlreiche Formate, die zu beachten sind. <br />http://pixabay.com/de/baum-kunst-logo-icon-blau-gr%C3%BCn-307232/

Noch gibt es zahlreiche Formate, die zu beachten sind.
http://pixabay.com/de/baum-kunst-logo-icon-blau-gr%C3%BCn-307232/

E-Books können in verschiedenen Formaten veröffentlicht werden, noch hat sich kein einheitlicher Standard durchgesetzt. Daher muss bei jeder Veröffentlichung überlegt werden, in welchem Format gearbeitet werden soll.
Welches Format Sie wählen, wird in erster Linie von den Ausgabegeräten, also den Readern Ihrer Schüler/innen abhängen.

Webtipp: Unter diesem Link können Sie sich über die verschiedenen Formate schlau machen und herausfinden, welche Vor- und Nachteile sie jeweils haben.

Cover gestalten

Ihr E-Book braucht auch ein Cover, damit es gerne genutzt wird. Solche Cover können Sie mit Bildbearbeitungsprogrammen erstellen. Eine Möglichkeit ist das Open-Source-Programm Gimp.


https://www.youtube.com/watch?v=aYn9O5gdWFw
Hier ein Video, das einen solchen Vorgang genau erklärt: Jaqueline Bork erklärt Schritt für Schritt die Erstellung eines Covers für ein E-Book mit Gimp.
 

Urheberrecht

Urheberrechte entscheiden über Weiterverbreitung

Achten Sie auf die Urheberrechte! <br />http://pixabay.com/de/icon-symbol-gui-urheberrecht-40846/

Achten Sie auf die Urheberrechte!
http://pixabay.com/de/icon-symbol-gui-urheberrecht-40846/

Gute E-Books verbreiten sich schneller weiter, als es die Autor/innen überblicken können. In einem schulischen Umfeld ist dies ein wünschenswerter Effekt, vor allem, wenn Lehrende die E-Books selbst erstellt haben.
Daher: Beachten Sie die Urheberrechte in jeder Phase! Gewöhnen Sie sich an eine Arbeitsweise, die urheberrechtlich unbedenklich ist!

"Ist ja nur eine Skizze, ich probiere ja nur…"

Vor allem wenn man am Beginn seiner „E-Book-Karriere“ steht, wird man viele Dinge einfach ausprobieren. Manches wird gleich auf Anhieb gut gelingen, anderes wird noch holprig und unbedarft erscheinen. Doch jeder Versuch lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt verbessern. Vielleicht liefern Sie anderen eine erste Vorlage, auf die sie aufbauen können. So manches wird vielleicht auch wieder in der virtuellen Schublade verschwinden.
Sollte jedoch jemand an Ihrer E-Book-Skizze weiterarbeiten, wird diese Person mit den Urheberrechten der genutzten Unterlagen konfrontiert sein. Aus diesen Gründen ist es unbedingt notwendig, dass die Autor/innen akribisch auf das Urheberrecht achten, dies auch bei einer nur „hingefetzten“ ersten Fassung. Bei jedem Eintrag, jedem Bild, jedem Musikstück ist es notwendig, sich mit den Verwertungsrechten zu beschäftigen.

"Ich will ja eh nicht, dass sich das weiterverbreitet!"

Sobald Sie eine digitale Publikation von guter Qualität erstellt haben, wird sie sich verbreiten. Ihre Kolleg/innen werden sich daran orientieren wollen, Ihre Schüler/innen werden sie anderen Schüler/innen weitergeben. Sie könnten nur mit hohem technischen Aufwand verhindern, dass Ihr Werk Füße bekommt. Aber dies wird nicht nötig oder sinnvoll sein, denn als pädagogische Fachkraft sollten Sie Ihre Stärken auch in der digitalen Welt nutzen. Rechnen Sie also damit, dass andere Ihr tolles E-Book nutzen und weiterverarbeiten werden.

"Es ist mir zu umständlich, immer freie Inhalte zu nutzen. Ich will einfach ein Google-Bild kopieren!"

Sicher kann es zu Beginn etwas aufwändig sein, die eigene Arbeitsweise auf urheberrechtliche Unbedenklichkeit zu trimmen. Es wird ein bisschen dauern, bis Sie einen brauchbaren Fundus an Creative-Commons oder General-Public-Werken gesammelt haben. Aber dann sind Sie nicht mehr bremsen! ☺

Sorgen Sie mit Ihrer Arbeit dafür, dass Open Educational Ressources immer mehr werden, damit die Urheberrechtsverletzungen weniger wahrscheinlich werden. <br />http://pixabay.com/de/blau-offen-mann-abbildung-person-33053/

Sorgen Sie mit Ihrer Arbeit dafür, dass Open Educational Ressources immer mehr werden, damit die Urheberrechtsverletzungen weniger wahrscheinlich werden.
http://pixabay.com/de/blau-offen-mann-abbildung-person-33053/

"Wo finde ich brauchbare Inhalte für mein E-Book?"

Immer mehr Plattformen bieten brauchbare Inhalte im Internet, zum Beispiel solche mit Creative-Commons- oder General-Public-Lizenzen. Einen guten Überblick bietet search.creativecommons.org.
In Österreich ist der „Schummelzettel für Lehrende von Lehrenden“ die Top-Adresse. Hier finden Sie auch Antworten auf alle Fragen zum österreichischen Urheberrecht im Schulumfeld.

Tipp:
Wann immer Sie ein Bild speichern, speichern Sie im Dateinamen gleich die Lizenz und Fotografin oder Fotograf mit! So sparen Sie später Zeit!

"Wie erstelle ich ein E-Book mit dem richtigen Urheberrecht?"

Nehmen wir einmal an, Sie erstellen ein E-Book für Ihre Schüler/innen. Darin erklären Sie bestimmte Sachverhalte und bieten Anregungen zum Selbststudium. Sie möchten als Autor oder Autorin genannt und anerkannt werden, sollte das E-Book von anderen Personen weiterverwendet werden. Dann werden Sie am sinnvollsten die Lizenz Creative Commons "by" nutzen. Wenn Sie verhindern möchten, dass Ihr Werk weiterbearbeitet wird, fügen Sie "=" hinzu. Das bedeutet, dass Ihr Werk in der Fassung bleiben muss, in der Sie es veröffentlicht haben.
Wenn Sie auch möchten, dass Ihr E-Book durch andere Lehrende oder auch durch kommerzielle Einrichtungen wie Nachhilfeinstitute oder Nachhilfelehrende genutzt werden kann, stimmen Sie der kommerziellen Nutzung zu, indem Sie ein Geldzeichen einfügen. Wenn Sie genau das nicht möchten, fügen Sie ein durchgestrichenes Dollarzeichen hinzu.

Die Wahl der Lizenz „creativecommons“ ist eine mögliche Lösung.<br />https://www.flickr.com/photos/55943778@N00/3640362081/, cc by sa qthomasbower

Die Wahl der Lizenz „creativecommons“ ist eine mögliche Lösung.
https://www.flickr.com/photos/55943778@N00/3640362081/, cc by sa qthomasbower

"Wie weiß ich, welche Lizenz ich wählen soll?"

Hier hilft Ihnen die Seite von Creative Commons. Geben Sie einfach Ihre Präferenzen ein, erstellen Sie den Banner und bauen Sie diesen dann ins Impressum Ihres E-Books ein.

Qualität erkennen

"Ein gutes E-Book" – Qualitätskriterien für den Unterricht

Folgende Kriterien weisen darauf hin, dass ein E-Book für die Schule von guter Qualität ist:

  • Es entspricht dem Lehrplan und nimmt Bezug auf aktuelle Bildungsziele.
  • Es beinhaltet Anregungen zu Übungen oder Selbstreflexionsfragen, die Schüler/innen dabei unterstützen, sich selbstständig Wissen anzueignen.
  • Es umfasst nicht nur Text, sondern auch multimediale Inhalte. Glossare sind verlinkt eingebunden, so dass Schüler/innen bei Bedarf immer Erklärungen vorfinden.
  • Inhalte (Texte und Bilder), die sich aufeinander beziehen, sind auch optisch zusammengespannt.
  • Die Inhalte sind übersichtlich gestaltet. Man kann sie sowohl querlesen und überfliegen oder nur Bilder und Grafiken betrachten, bei Bedarf findet man aber auch zusammenhängende Texte.
  • Die Texte sind gut leserlich.
  • Es sind „Anker“ vorhanden, die die Leserschaft an einen bestimmten Platz im Dokument führen – etwa Seitenzahlen, Kapitelzahlen oder Überschriften. Es ist leicht möglich, auf einen bestimmten Platz im Dokument zu verweisen.

Und bitte vergessen Sie nicht:
Ihr E-Book wird mit der Zeit immer besser werden. Holen Sie also regelmäßig Feedbacks dazu ein. Befragen Sie Ihre Schüler/innen und nehmen Sie deren Kritik durchaus ernst.

Ein gutes E-Book wird laufend weiterentwickelt und immer besser.<br />http://pixabay.com/de/qualifikation-hand-daumen-hoch-76737/ By geralt

Ein gutes E-Book wird laufend weiterentwickelt und immer besser.
http://pixabay.com/de/qualifikation-hand-daumen-hoch-76737/ By geralt

Quelle für diesen Abschnitt und Weiterführendes dazu: http://bildungsforschung.org/index.php/bildungsforschung/article/view/147/pdf
E-Books in der Schule: Eine Evaluierung von E-Book-Formaten und E-Book-Readern hinsichtlich ihrer Eignung für Schulbücher von Monika König, Martin Ebner, Bildungsforschung.org, Band 1 2012

Rechtliches beachten

Impressum

Impressumspflicht und Urheberrecht müssen Sie unbedingt beachten.<br />http://pixabay.com/de/himmel-nuve-in-der-abendd%C3%A4mmerung-199154/

Impressumspflicht und Urheberrecht müssen Sie unbedingt beachten.
http://pixabay.com/de/himmel-nuve-in-der-abendd%C3%A4mmerung-199154/

Ja, auch Sie brauchen ein Impressum, selbst wenn Ihnen Ihr E-Book noch klein und unbedeutend erscheint. Vergessen Sie das nicht.
In Ihrem Impressum sollte enthalten sein:

  • Ihr Name
  • Ihre Adresse (oder die der Schule, falls Sie das E-Book für Ihren Unterricht entwickelt haben)
  • Datum (Jahreszahl) und Fassung
  • DVR-Nummer – sollten Sie oder Ihre Schule eine haben
  • Ihre gewählte Lizenz

 

Webtipp: Nähere Infos zur Impressumspflicht finden Sie hier.

Über das Urheberrecht haben wir im vorigen Kapitel schon einiges gehört. Dies sollten Sie bei der Erstellung unbedingt beachten!

 

Verbreitung

Wie kann ich mein E-Book verbreiten?

Stellen Sie sich vor, Ihr E-Book ist nun fertig. Und nicht nur fertig, Ihre Schüler/innen haben sogar schon den ersten Testdurchgang absolviert. Sie haben dabei noch ein paar Fehler gefunden und ausgebessert. Außerdem haben Sie ein super Titelbild gefunden und sich ums Impressum gekümmert. Die Nutzung der Bilder und Videos sind urheberrechtlich in Ordnung. Wunderbar! Dann nichts wie raus mit Ihrem Werk!

Ein gutes E-Book sollte verbreitet werden. <br />http://pixabay.com/de/mann-gesicht-kopf-kreise-struktur-335401/

Ein gutes E-Book sollte verbreitet werden.
http://pixabay.com/de/mann-gesicht-kopf-kreise-struktur-335401/

Nutzen Sie Social Media

Es macht Sinn, Ihr Werk im Internet zu verbreiten, denn Ihre Leserschaft wird Ihr Werk ja aus dem Internet laden wollen. Suchen Sie sich also die entsprechenden Gruppen, in denen sich die potenziellen Nutzer/innen aufhalten. Dabei sind Fachgruppen genauso hilfreich wie solche, die sich damit befassen, wie verschiedene Technologien in den Unterricht integriert werden können.

Nutzen Sie Content-Pools

Zahlreiche Content-Pools sammeln fachliche Inhalte, zum Beispiel: 

Kann man mit Ihrem E-Book die digitalen Kompetenzen der Schüler/innen verbessern? Dann reichen Sie Ihr Werk doch bei www.digikomp.at ein!
Wenn Ihr E-Book unter der Creative-Commons-Lizenz steht, dann freut sich auch die Community rund um www.virtuelle-ph.at/oer über Ihre Inputs. Machen Sie in den dort angesiedelten Foren Werbung für Ihr Werk.
Und vergessen Sie den Katalog des E-Book-Creators nicht! www.e-book-creator.at

In Lernplattform einbinden

Die Lernplattform ist eine einfache Möglichkeit, Ihr E-Book an die Schülerinnen und Schüler zu bringen. Hier können Sie den Lesestoff auch um Zusatzmaterial ergänzen, etwa um kooperative Aufgabenstellung oder Übungen.

Übersicht

Checkliste zum E-Book-Gestalten

Checkliste zum E-Book-Gestalten

Ihr Feedback an uns

Wie hat Ihnen dieses E-Book gefallen?

Auch wir möchten besser werden, daher freuen wir uns auf Ihr Feedback! Und wir wissen, Lehrende sind ein besonders kritisches Publikum. Danke dafür! ☺
Schreiben Sie uns ein Mail an start@e-book-creator.at. Oder geben Sie uns Ihr Feedback über unsere Plattform: www.e-book-creator.at

  • Was war in diesem E-Book für Sie brauchbar?
  • Was war überflüssig?
  • Wo haben sich Fehler eingeschlichen?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Was hat Ihnen gefehlt?

Ihr E-Book-Creator-Team

Das Team des E-Book-Creators freut sich auf Ihre Rückmeldungen! start@e-book-creator.at

Das Team des E-Book-Creators freut sich auf Ihre Rückmeldungen! start@e-book-creator.at

Impressum

© Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)
1. Auflage 2014
Alle Rechte vorbehalten, Alle Angaben ohne Gewähr

Der E-Book-Creator ist ein Projekt des ÖIAT in Kooperation mit communautic gefördert durch die netidee.

Der E-Book-Creator wurde 2013/2014 entwickelt, mit dem Ziel, eine webbasierte Anwendung zur einfachen Erstellung von E-Books kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Bilder: alle Public Domain von der Plattform Pixabay.com/de oder Creative Commons von flickr.com - Titelbild: www.freepik.com
Redaktion: DI Barbara Buchegger M.Ed., Gabi Pflug

Lizenzbestimmungen


Dieses E-Book steht unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-SA 4.0 (Teilen - Bearbeiten - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen) - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de